Weserlängs 1

Man kann natürlich fast überall Fahrrad fahren, aber irgendwie will der Mensch immer an etwas entlang fahren. Ich habe keine Ahnung, warum. Es ist einfach so. Dieses Jahr stand eigentlich der Nordseeküstenradweg von Tondern nach Skagen ganz oben auf unserer Liste, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Tagestemperaturen von maximal 15°C und unbeständiges Wetter hatten wir schon oft genug gehabt. Eine Alternative mußte her. Letztes Jahr waren wir die Elbe entlang gefahren, welche Flüsse gibt es sonst noch so in Deutschland? Die Weser lockte mit immerhin 520 km. Zudem ist die Anreise nach Hannoversch Münden mit der Bahn unproblematisch zu bewerkstelligen.

Nach fünf Stunden waren wir da und das Wetter war wesentlich besser als vorhergesagt. Wir verstauten unser Gepäck und folgten den Hinweisschildern Weserradweg durch die bezaubernde Innenstadt von Hannoversch Münden.

Eine ausführliche Stadtbesichtigung sparten wir uns für unsere alten Tage auf. Radreisen und Stadtbesichtigungen passen einfach nicht zusammen. Bereits nach wenigen Minuten erreichten wir den Geburtsort der Weser.

Während Erk den Fotoapparat in die Runde hielt, überlegte ich kurz, wer sich das wohl ausgedacht hatte. Das Ganze. Namen für Flüsse und dass sie ihre Namen lassen müssen, wenn sie zusammen fließen, schon komisch. Lange konnte ich nicht überlegen, von Westen näherte sich eine imposante Gewitterfront. Wir hatten noch knapp 12 km bis zum Naturcamping in Hemeln vor uns. Der war genauso schön, wie auf der Hompage (http://www.wesercamping.de/) beschrieben. Wir bauten unser neues Luxuszelt zum ersten Mal richtig auf und ich war ob des Platzangebots begeistert. Endlich ein Zelt, in dem sich sogar Erk relativ frei bewegen kann.

Jeder hat seinen eigenen Eingang und endlich haben auch acht Radtaschen in der Apside genug Platz, so dass man auch im geschlossenen Zelt darin wühlen kann. Die Gewitterfront konnte sich nicht entscheiden. Mir war danach, noch ein wenig zu gehen. Wir machten uns auf den Weg, bergan. Die Weser fließt die ersten zwei- bis dreihundert Kilometer durch diverse Hügelketten. Der Totenberg im nahe gelegenen Bramwald ist immerhin stolze 410 m hoch. Das ist für uns bereits eine beachtliche Erhebung, ein Berg sozusagen. Der Boden bestand aus roten Lehm, der Baumbestand war bunt gemischt und ging bisweilen seltsame Verbindungen ein.

Nach einer Weile kamen wir an einen alten Turm aus roten Lehmziegeln, woraus sonst? Die Gegend ist schon seit über tausend Jahren ein bevorzugtes Siedlungsgebiet gewesen, super Anbindung durch den Fluß, und ein solches Gebiet gehört natürlich auch anständig geschützt.

Von der Bank aus hatte man einen super Blick wesernordwärts.

So langsam machte sich der Hunger bemerkbar. Wir stiegen wieder hinab, sahen unten an der Weser noch eine prächtige Gabelweihe und bekamen auch noch ein paar Tropfen ab. Als wir den Platz erreichten, kam die Sonne wie bestellt wieder hervor. Nach dem Essen sahen wir uns die Karte an. Mich reizte es sehr, der im „bikeline – Weserradweg“ beschriebenen Alternativroute über die Sababurg zu folgen. Erk gab zu bedenken, dass die Steigung vielleicht etwas heftig für den ersten Tag sei. Wir vertagten die Entscheidung und kuschelten uns in unsere gemütlichen  Schlafsäcke. Feierabend!

 

 

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