19. Manchmal gefangen

Ich habe es den ganzen Tag lang probiert, aber mir wollte einfach nichts einfallen. Selbst der zweistündige Spaziergang bei -7°C konnte meinem Hirn keine Idee entlocken. Vielleicht ist es auch einfach in der Kälte erstarrt. Und eben fiel mir ein, dass Rainer Maria Rilke meinen heutigen Zustand vortrefflich beschrieben hat.

Der Panther

sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe

so müd‘ geworden, dass es nichts mehr hält;

ihm ist als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

 

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

 

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein;

geht durch der Glieder angespannter Stille

und hört im Herzen auf zu sein.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s