11. + 12. Mehr Mut!

Und täglich grüßt das Murmeltier. Der Wecker klingelt um sechs. Ich schäle mich mühsam aus dem Bett. Draußen ist es sehr kalt und dunkel. Egal. Ich ziehe meine Laufklamotten an und laufe los. Die Anzahl der Runden ist begrenzt. Heute laufe ich die Ostrunde. Es bleibt die ganze Zeit dunkel. Ich komme wieder an meiner Wohnung an, dehne mich und gehe hinein. Es folgt das Frühstück, anderthalb Brötchen. Eine Hälfte mit Honig, eine mit Käse und die letzte mit Nutella. Ein weiterer großer Becher Kaffee und ab an den Computer. Hat mir jemand geschrieben? – natürlich nicht. Wie wird das Wetter? – weiterhin Dauerfrost. Schaffe ich es, meine Mahjongg-Rekordzeit zu toppen? – leider nicht. Ab unter die Dusche, anziehen, zum Glück kann ich die gleichen Klamotten noch einen Tag tragen. Ich hole mein Rad aus dem Keller und radele zur Arbeit. Spätschicht. Hallo Kollegen! Computer hochfahren, anmelden und die Telefonanlage aktivieren. Es klingelt. Ich gehe ran. Kann ich helfen? – ich kann. Der nächste bitte. Zigarettenpause No. 1. Die Kollegin lamentiert, auch nichts neues. Zum Mittag die obligatorische Käsestulle, einen Becher Kaffee, Schokolade. Der Tag dehnt sich wie ein Kaugummi. Endlich Feierabend. Ich schwinge mich auf mein Rad. Nix wie nach Hause. Was koche ich heute? Risotto, geht schnell und ich muss nicht nachdenken. Hallo Schatz, wie war dein Tag. Wie immer. Essen, ein Glas Wein, ein Film. Ab ins Bett. Und täglich grüßt das Murmeltier. Der Wecker klingelt um sechs…

Irgendwann einmal dachte ich, hey, das kann es doch einfach nicht sein. Da könnte doch auch ein Automat unterwegs sein. Ist das alles? Warum mache ich mir mein Leben so? Keine Ahnung. Machen doch alle so, mein Haus, mein Auto… Ähm, es reicht. Ich quälte mich noch ein weiteres halbes Jahr und beschloss dann, endlich zu kündigen. Ich wusste noch überhaupt nicht, was ich stattdessen machen wollte. Egal. Es tat weh und anfangs fühlte ich mich sehr einsam und verloren. Nach und nach kristallisierte sich heraus, was ich wirklich wollte: schreiben. Aber wie? Hat doch eh keinen Sinn, gibt so viele, die davon leben wollen und scheitern. Ich habe kein Talent. Mir fällt nichts ein. Die Litanei lässt sich beliebig fortsetzen. Da hilft nur eins: tun. Und so begann ich zu schreiben. Zunächst für mich und dann hier. Natürlich bekomme ich dafür kein Geld und ich weiß auch immer noch nicht, wie es weitergehen wird. Aber das ist egal. Es geht schon weiter. Schritt für Schritt. Tag für Tag, Seite für Seite. Einfach leben. Einfach machen, egal ob bejubelt oder ausgebuht (Dank an die Fantastischen Vier!).

So geht es eigentlich mit allem. Ist es wirklich wichtig, dass das, was wir tun, hundertprozentig perfekt ist? Warum sollte es das überhaupt sein? Wer sagt das? Geht es nicht viel eher darum, Spaß an dem zu haben, was man tut? Schickt die Kritiker in die Wüste, traut euch!

Filzstifte sind toll!

Neulich lief mir eine Packung Filzer über den Weg. Malen und Musik hören, au ja. Gedacht, getan. Gutes Gefühl. Ergebnis? Ein Bild. Qualität, scheißegal. Hat Spaß gemacht. Und es können wirklich Kleinigkeiten sein, die Abwechslung bringen. Wichtig ist vor allem, mal zu entgleisen, etwas zu tun, was man normalerweise nicht tut, weil es unvernünftig ist oder peinlich oder sinnlos oder was auch immer. Nur Mut! Vielleicht mal in einen Anzug schlüpfen und in einer Bank um einen Kredit feilschen? Oder aus Spaß zwanzig Kilometer zu Fuß nach Hause gehen. Es ist wirklich völlig egal, was es ist. Hauptsache anders. Und es wird einen Dominoeffekt geben, garantiert 🙂

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2 Gedanken zu „11. + 12. Mehr Mut!

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