3. Süße Sünden

Das feierliche Gefühl der Adventszeit geht bei mir Hand in Hand mit einem akuten Anfall von Backwahn, nein, nicht die Sekte, der Plätzchenrausch. Letztes Jahr war es nicht ganz so schlimm wie im Jahr zuvor. Ich buk nur sechs Sorten Plätzchen…

Wir hatten zum Glück eine Oma, die mit uns zur Weihnachtszeit buk. Wir durften das Mehl in ihrer ganzen Küche verteilen und die fertigen Kekse mit Zuckerguss, Perlen, Nusskrokant und derlei verzieren. Was für eine herrliche Matscherei. Danke, Oma! Und irgendwie habe ich immer noch die gleiche kindliche Freude am Backen, auch wenn diese inzwischen mit einer wissenschaftlichen Neugier gepaart ist. Wie funktioniert dieses Rezept und weshalb? Bei meiner Recherche nach Spekulatiusrezepten stieß ich auf zwei interessante Varianten, die ich sogleich ausprobierte. Nummer eins:

Spekulatius schlicht.

200 g Butter

70 g Marzipan

120 g brauner Zucker

1 Ei

300 g Weizenmehl Typ 405

1/2 TL Backpulver

100 g gemahlene Mandeln

1 – 2 TL guten Kakao

2 TL Spekulatiusgewürz (fertig oder selbst gemischt)

Die zimmerwarme Butter rührte ich mit den Gewürzen schaumig. Dann gab ich Zucker, Ei und Marzipan hinzu. Das Mehl hatte ich bereits mit den Mandeln und dem Backpulver gemischt. Nun gab ich es Löffel für Löffel an die Buttermischung. Zum Schluss knetete ich den Teig mit der Hand. Mein Mixer ist einfach zu schwach auf der Brust. 🙂 Der Teig musste nun mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ruhen. Zeit für die Zubereitung von Teig No. 2: holländische Speculoos, die dort übrigens das ganze Jahr über verzehrt werden.

250 g Mehl Typ 550

175 g Butter

175 g  Brown Sugar (Muskovade geht auch, duftet herrlich nach Karamell)

1/2 TL Backpulver

1 Prise Anis

je 1 Msp Ingwerpulver + Muskat

1 TL Zimt

1 Ei

Erst verrührte ich Butter und Ei. Dann gab ich den Zucker und die Gewürze hinzu und rührte, bis die Masse blassgelb und richtig schön schaumig war. Zum Schluss gab ich das mit dem Backpulver vermengte Mehl löffelweise hinzu, auch hier in Handarbeit. 🙂 Dieser Teig sollte sogar über Nacht ruhen.

Nun wieder zurück zu Teig No. 1. Ich rollte ihn ca. 3 – 4 mm dick aus und entschied mich gegen die Plätchenformen.

Ohne Model geht es auch!

Der Ofen war bereits auf 180°C vorgeheizt, das erste Blech konnte backen. Nach 10 Minuten waren die Spekulatius fertig. Die angegebene Teigmenge reicht, je nachdem, wie dünn man den Teig ausrollt, für zwei bis drei Bleche.

Hilfe, werden die dick!

Während das letzte Blech im Ofen lag, machte ich mich daran, die Küche zu entmehlen, das Zeug verteilt sich wirklich überall!

Allüberall...

Am nächsten Morgen ging es noch einmal vor vorn los. Wie war das mit Sisyphos…? Zur Abwechslung entschied ich mich, mit dem Pizzaroller Dreiecke auszurollern, gar nicht so einfach, die Flächenaufteilung! Viele Dreiecke wurden recht langschenklig. 🙂 Diese Kekse sollten bei 175°C ca. 9 Minuten gebacken werden. Ich werfe immer vorher einen Blick in den Ofen. Jeder Ofen ist anders und es gibt wenig Ärgerlicheres als verbrannte Plätzchen. Nun war es an der Zeit für den Geschmackstest. Speculoos sind aufgrund des hohen Zuckeranteils sehr fragil und herrlich knusprig, Spekulatius fester und aromatischer. Theoretisch sollen sie nach vier Wochen am besten schmecken. Mal sehen, ob dann noch welche da sind.

Starporträt No. 1

Und No. 2

Beide sind auf jeden Fall lecker! Und mein Backwahn hat gerade erst begonnen, demnächst mehr an dieser Stelle!

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