2. Die Ankündigung

Vor kurzem stolperte ich über eine Geschichte, die mich auf irgendeine Art berührte. Sie erklärt, wer kommt.

Bereits im Sommer bekam eine Frau namens Maria Besuch von Gabriel, einem Engel. So steht es in der Bibel (Lukas 1, 26 – 38). Sie wohnte in Nazareth. Heute eine mittelgroße Stadt im Norden Israels. Es war zwar auch für sie ungewöhnlich, Besuch von einem Engel zu bekommen, aber im Gegensatz zu den meisten heute lebenden Menschen nahm sie es gelassen.

Gabriel kam einfach in ihr Haus. Ob er angeklopft hat? Darüber steht in der Bibel natürlich nichts. Er sprach: „Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir.“ Logischerweise erschrak sie ein wenig und dachte dann über die Art des Grußes nach. „Ich, Begnadete? Mhm, vielleicht wird sich der Engel ja erklären.“ Und Gabriel ließ sich tatsächlich nicht lumpen.

„Fürchte dich nicht, Maria! denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein.“

Huch, dachte Maria vielleicht. Welch schwülstige Ansprache. Vielleicht aber war die Art der Rede vor 2000 Jahren völlig normal. Wieso ich, mag sie sich gefragt haben. Der künftige König, mein Sohn? Verwirrt fragte sie Gabriel: „Wie soll das zugehen, da ich von keinem Manne weiß?“

Das war in der Tat ein berechtigter Einwand. Sie war zwar zu dem Zeitpunkt bereits mit Josef verlobt, aber natürlich noch jungfräulich. Das war eben damals so üblich. Gabriel war auch dieses Mal nicht um Antwort verlegen.

„Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; daher wird auch das Heilige, das gezeugt wird, Sohn Gottes genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie erwartet einen Sohn in ihrem Alter; und dies ist der sechste Monat für sie, die unfruchtbar hieß. Denn kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein.“

Ganz schön starker Tobak, dachte Maria möglicherweise. Der Heilige Geist, wer auch immer das sein mochte. Hoffentlich würde Josef nicht eifersüchtig werden. Aber das mit Elisabeth bewies, dass Gabriel nicht log. Seltsam. Sie akzeptierte ihr Los und sprach: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe nach deinem Wort.“

Dem hatte Gabriel scheinbar nichts hinzuzufügen. Er verschwand sang- und klanglos. So soll es sich zugetragen haben damals in Nazareth. Obwohl der Autor der Geschichte nicht selbst dabei war. Er schrieb die mündlich überlieferten Geschichten erst fünfzig Jahre später auf. Wir werden nie erfahren, was an der Geschichte dran ist. Fakt ist, dass Jesus am 24. Dezember in Bethlehem zur Welt kam. Und wir feiern jedes Jahr seinen Geburtstag. Vielleicht erklärt das ein wenig das magische Licht, das zu Beginn der Adventszeit zu leuchten beginnt.

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2 Gedanken zu „2. Die Ankündigung

    • hi sönke, danke für die links! hab erk gegrüßt. ich habe mich endlich überwunden und nehme jetzt gesangsunterricht. tut gut, du hattes recht. wünsche euch eine besinnliche adventszeit! alles liebe eva

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