Letztes Jahr Lofoten Teil 4

Am nächsten Morgen begrüßte uns strahlender Sonnenschein. Erk legte sich direkt nach dem Frühstück noch auf ein Nickerchen hin, während ich schrieb.

Nachdem ich die letzten Tage schriftlich aufbereitet hatte, machten wir uns auf den Weg nach Svolvaer. Der Abstieg war recht steil, aber gut markiert. Wir unterquerten eine fette Wasserleitung und erreichten einen See. Am See entlang ging es durch sumpfige Wiesen und über eine Brücke. Schon hatten wir ein Wohngebiet am Rande Svolvaers erreicht. Es wurde zum ersten Mal richtig warm. Auf so hohe Temperaturen waren wir nicht vorbereitet, zum Glück gab es direkt am Hafen eine Tankstelle. Wir kauften uns ein großes Eis und genossen Kühle und Aussicht. Danach kauften wir für die nächsten beiden Tage ein und machten uns auf den Weg zu einem kleinen Campingplatz nördlich von Kabelvag. Der Weg verlor sich zwischen Heide und Morast. Das Gelände war unwegsam und wir fragten uns, ob wir uns verlaufen hatten. Nach zwei Stunden mühevoller Spurensuche und akribischen Kartenstudiums erreichten wir eine kleine Siedlung, an deren Rande sich der Campingplatz befinden sollte. Fehlanzeige! Inzwischen waren wir schon gute fünf Stunden in der Hitze gewandert. Wir waren erschöpft, aber es half nichts. Es ging weiter an der E 10 entlang zu einem Platz in Oervag direkt am Meer. Dort plumsten wir erschöpft an den Strand und tranken erstmal ein wohlverdientes Bier.

Der Platz war voll von Wohnmobilen und Caravanen, man sprach Deutsch. Ah, hier hielten sich die ganzen anderen Touristen also versteckt. Während des Wanderns hatten wir keine Menschenseele getroffen. Das lag vermutlich daran, dass Wandern anstrengend ist. Umso besser für uns. Hier blieben wir ohnehin nur für eine Nacht. Zum Abendbrot gab es norwegischen Räucherlachs. Er hatte keinerlei Ähnlichkeit mit dem, den es in unseren Supermärkten zu kaufen gibt. Das Fleisch war dunkelorange, fast rostrot und besaß eine sehr feste Struktur. Köstlich.

Gegen halb sieben fand unsere Nachtruhe ein abruptes Ende. Im Zelt war es so warm, dass wir freiwillig aus den Schlafsäcken krochen. Nach dem Frühstück stellte sich die Frage, wie es weitergehen sollte. Der nette Typ an der Rezeption empfahl uns, die Mitternachtssonne in Eggum an der Nordwestküste zu bewundern. Wir nahmen seinen Vorschlag dankbar an und fuhren mit dem Bus bis nach Bostad. Von dort aus ging es neun Kilometer an einer kleinen Straße entlang.  Selbst die Bushaltestellen sind auf den Lofoten sehenswert.

Ein strenger Nordwind kam auf. Wir sahen uns in Eggum um und beschlossen im Sjøhus, einem ehemaligen Seemannsheim, zu nächtigen. Außerdem hatte Erk an beiden Füßen Druckstellen, die kurz davor waren, sich in Blasen zu verwandeln. Ein Pause würde uns beiden gut tun. Ich wusch, kramte herum und las nach dem Abendessen bis tief in die Nacht. Die Sonne weigerte sich, hinter dem Horizont zu verschwinden.

Nachdem wir ausgiebig gechillt hatten, wanderten wir am nächsten Tag die Küste entlang westwärts Richtung Unstad. Wir passierten Eggum Centrum, das so unglaublich idyllisch skandinavisch aussieht, dass man es kaum glauben mag.

Unterwegs begegneten uns allerlei Kuriositäten.

Ja, es waren sogar Schüsse zu hören. Und Kunst gab es auch.

Kurz vor Unstad galt es noch eine brisante Stelle zu überwinden, ein sehr schmaler Weg, steil und keine Begrenzung. Am Wendepunkt pausierten wir kurz und beobachteten die Surfer in der Unstadter Bucht. Brrr, das Wasser musste ziemlich kalt sein. Dann ging es zurück. Irgendwie sieht der Rückweg immer vollkommen anders aus als der Hinweg. Es war nicht langweilig. Und scheinbar hatte der Wind gedreht. Die Algen hatten auf dem Hinweg nicht so heftig gestunken.

Abends gab es ein bescheidenes Mahl aus Erbspüree, Polarbrød und Wurst. Unsere Gastgeber luden später noch zu Fruchttorte ein. Lecker. Am nächsten Morgen bot uns ein holländischer Gast eine Mitfahrgelegenheit nach Bostad an. Von dort nahmen wir den Bus bis kurz vor Fredvang. Es ging zu Fuß über eine beeindruckende Brücke.

Den Kaufmann in Fredwang aus dem Reiseführer, aktualisiert 2009, gab es leider nicht mehr. Wir hatten jedoch noch ausreichend Proviant für die nächsten zwei Tage dabei. Nach einem kurzen Kaffeestop bei Bina aus Deutschland zogen wir los nach Kvalvika zum Traumstrand.

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