Letztes Jahr Lofoten Teil 3

Am nächsten Morgen wachten wir frisch und munter auf. Wie sollte es von Sandsletta weiter gehen? Ich schlug vor, auf direktem Weg  Richtung Süden nach Svolvaer zu wandern. Meiner Schätzung nach war der Weg ungefähr zehn Kilometer lang und schlängelte sich zwischen Rundfjellet und Torskmannen hindurch. Erk war skeptisch. Diese Tour war im Wanderführer nicht beschrieben. Ich redete mit Engelszungen auf ihn ein. Der Weg sei eindeutig in der Karte als Wanderweg gekennzeichnet, wir seien erfahren genug, etc., etc., pp. Schließlich lenkte er ein. Wir durchquerten eine landwirtschaftlich genutzte Ebene, ließen den letzten Hof hinter uns und erreichten den Fuß des Berges. Wo war der vermaledeite Wanderweg? Erk fand ihn und dann hieß es natürlich wieder bergauf kraxeln und schwitzen…

Aber ebenfalls wie immer wurden wir bereits auf halber Höhe mit einem schönen Ausblick belohnt. Pause.

Der Weg wand sich danach sanfter bergan, durch einige moorastige Stellen und an staunenden Schafen vorbei. Besonders viele Menschen schienen hier nicht vorbei zu kommen. Endlich erreichten wir den ersten See. Aber seht selbst:

Zur Krönung der Idylle zog ein Adler majestätisch seine Kreise über dem See. Mittag! Dann ging es weiter. Das Gehen wurde schwieriger. Der Weg führte über Geröllfelder markiert von Steinmännchen immer weiter hinauf und hinein in die noch vollständig mit Schnee bedeckte Hochebene.

Nachdem wir zögernd das erste Schneefeld durchquert hatten und nicht von ihm verschluckt wurden, schöpften wir neuen Mut. Doch wo war der in der Karte eingezeichnete zweite See, müßten wir den nicht längst erreicht haben?

Irgendwann ging mir das Licht auf. Wir gingen bereits eine ganze Weile an dem, noch vereisten, See entlang. Da die Lofoten so weit nördlich sind, ist die Schneegrenze deutlich tiefer als in den Alpen. Wir waren jetzt 495 m hoch. Nachdem wir den See hinter uns gelassen hatten, kam die nächste Herausforderung. Wir hatten den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht, nun sollte es wieder bergab entlang eines Bergausläufers Richtung Svolvaer gehen. Das sah so aus:

Ich versuchte, mir einen Weg zu denken, fasste meine Wanderstöcke fest an und marschierte los. Erk folgte mir, ihm blieb auch keine andere Wahl.

Wir mussten leider irgendwann feststellen, dass es nicht besonders schlau war, dass ich voran ging. Erk brach prompt ein und versank bis zur Hüfte im See. Er fand keinen Halt. Adrenalin. Ich rief ihm zu, er solle Ruhe bewahren, sich erst bewegen, wenn er wisse, wie. Ich lief schnell ohne Gepäck zurück und hielt ihm meinen Stock hin. Puh. Gerade nochmal gut gegangen. Die Sonne schien bereits den ganzen Tag auf den Schnee. Er schmolz dann nicht oben, sondern von unten, so dass es so aussieht, als würde man eine dichte Schneedecke betreten. In Wirklichkeit ist es jedoch nur eine dünne Schicht unter der sich 50 – 70 cm Luft befinden. Wie gemein. Irgendwann hatten wir es dann geschafft. Vor uns lag ein Hochplateau auf ca 150 m, das sich als idealer Zeltplatz anbot.

Ein Bach floss nur wenige Meter entfernt vorbei, für Wasser war also auch gesorgt. Der Boden bestand aus Heidekraut und federte angenehm weich. Wir kochten uns ein  Globbetrotter Lunch und ließen den Tag Revue passieren. Das war ein echtes Abenteuer gewesen. Und die Aussicht war von hier war einfach herrlich.

Erk konnte sich kaum satt sehen. Nach einem weiteren heissen Affen murmelten wir uns in unsere Schlafsäcke und schliefen tief und fest.

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