Regentag Nummer Zwei

Am nächsten Morgen war draußen alles patschnass. 3 : 0. Wie gut, dass wir nicht gezeltet hatten. Das Frühstück war köstlich und danach hüllten wir uns in unsere Regenklamotten und machten uns auf den Weg nach Dessau. Der Regen wurde stärker und nach anderthalb Stunden waren wir beide reichlich durchgeweicht.

Wir bekamen in einem Gasthaus die Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee zu trocknen und als wir daraufhin weiterfuhren, riss die Wolkendecke auf und es blieb erstmal trocken. Also wieder raus aus den Klamotten. Von Dessau ging es nach Aken und dort mal wieder mit der Fähre auf die andere Seite. Schon auf der Fähre beobachteten wir besorgt die sich uns nähernde schwarze Wand.

Hoffentlich würden wir es noch bis zum 3,5 km entfernten Unterstand schaffen! Gerade so eben. Kaum, dass wir im Trockenen saßen, brach ein wahres Unwetter los. Starkregen, Hagel, Blitz und Donner. Eine größere Gruppe hatte nicht so viel Glück wie wir und kam völlig durchnässt an. Wir rückten zusammen und lachten gemeinsam über das verrückte Wetter.

Nachdem der Schauer vorüber war, fuhren wir wieder los. Weit kamen wir nicht. Es ist ein ziemlich komische Gefühl, bei Blitz und Donner die höchste Erhebung weit und breit zu sein. In Steckby, nur zwei Kilometer weiter, fanden wir gerade noch rechtzeitig Unterschlupf in einer Bushaltestelle. Dort trafen wir zwei Radlerinnen aus der Nähe von Magdeburg und tauschten uns über bereits geradelte Strecken aus. Nach einer guten halben Stunde war der Schauer vorbei und wir fuhren einen endlos langen geraden Waldweg entlang, der natürlich reichlich matschig war. In Walternienburg beschlossen wir, die Pension Storchennest in Pretzien anzurufen. Und siehe da, es gab noch ein Zimmer für uns. Die letzten Kilometer waren eine ganz schöne Quälerei. Wir waren beide erschöpft, der Wind kam – wie bisher täglich – kräftig von vorn. Nach gut über 80 km erreichten wir endlich Pretzin, über und über schlammverkrustet. Wir bekamen Schlauch und Bürste von dem netten Eigentümer, um Taschen und Räder zu säubern (die Räder müssten allerdings bis zu nächsten Morgen warten, wir waren zu erschöpft). Bierchen, Dusche, essen gehen und endlich schlafen. Was für ein Tag!

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