Der lange Weg nach Coswig

Die ersten Kilometer flutschten. An der Schifferkirche in Priesitz bestaunten wir wie alle anderen Touristen die Elbpegelsäule. Schwer vorstellbar, wie das wirklich war mit dem Hochwasser.

Von Priesitz ging es weiter nach Pretzsch, wo wir uns erneut verfuhren und am alten Elbarm plötzlich in der Pampa landeten.

Seltsam. Doch es geht natürlich immer irgendwie weiter. Wir überholten mehrfach eine Gruppe Pfingstausflügler, die uns die Eisdiele in Wartenburg empfohlen. Also hinein, in das seltsam verlassen wirkende Städtchen. Die Eisdiele war schnell gefunden, sollte jedoch erst in einer halben Stunde öffnen. Ich plädierte für das Warten. Wir setzten uns auf den Dorfplatz und beobachteten die Szenerie. Einige herumplänkelde Dorfjugendliche. Ansonsten nichts. Plötzlich fuhr ein roter Kleinwagen vor. Ein normal wirkender Typ stieg aus und ging in den Dorfgasthof, der auch die Eisdiele beherbergte. War also doch schon geöffnet? Nach einer Weile kam er wieder hinaus und kramte in seinem Auto nach Geld. Ich beschloss, mal hinein zu gehen. Als ich an seinem Auto vorbeikam, las ich auf der Heckscheibe, „ich wähle NPD, weil ich kein weißer Neger werden will“ und rätselte, was mir das sagen sollte.

Das Eis war mittelprächtig und wir querten die Elbe erneut nach Elster und nahmen die letzten Kilometer zur Lutherstadt Wittenberg in Angriff. Der Wind frischte auf. Auf einer gerade gemähten Wiese staktsen zahlreiche Störche auf der Suche nach Nahrung umher und ließen sich von den lauten Treckern nicht im Geringsten aus der Ruhe bringen. Kurz vor Wittenberg aßen wir die obligatorische Mittagsstulle und hofften, in der Stadt Brotnachschub zu bekommen. Der Bahnhof erwies sich als Fehlanzeige. Nicht mal einen Kiosk gab es dort. Die Stadt ist hübsch und wie üblich trieben eine Menge Touristen durch die Straßen und wirkten gelangweilt. Am Ortsausgang fanden wir einen kleinen Kiosk, kauften Brötchen und Bier und machten uns auf zum Campingplatz in Griebo – den es natürlich gar nicht gab. Wir hatten ja auch schon gestern Glück mit der Karte gehabt… Also hieß es weiterstrampeln nach Coswig.

In der Pension Weinhof fanden wir zum Glück Unterschlupf. Es folgte ein herrlich kühles Bier an der Elbe und der empfohlene Italiener Belaroma war tatsächlich unerwartet gut. Todmüde fielen wir ins Bett und Erk schnarchte schon um 21h, während ich mir einen langweiligen Tatort ansah.

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