Raus aus Tschechien

Gut durchgetrocknet und erholt ging’s dann am nächsten Morgen weiter in Richtung tschechische Grenze. Das erste Ziel hieß Usti nad Labem. Auf dem Weg dorthin gab es noch eine Staustufe und Burg Schreckenstein zu bestaunen.

Kurz hinter Usti, das wir wie üblich aus der Ferne betrachteten und links liegen ließen, kam eine kurze, aber sehr heftige Steigung. Ich kämpfte mich hoch und sah mich um. Kein Erk. Ich drehte mir eine Zigarette, rauchte und wartete. Immer noch kein Erk. Seltsam. Ich ging die Steigung zu Fuß ein Stück hinunter. Da kamen mir zwei süddeutsche Damen entgegen und fragten, ob ich mit einem Mann unterwegs sei. Ich bejahte. Sie lachten und sagten, sie sollten ausrichten, dass er noch eine Weile brauchen würde. Das Rad stünde abgeladen auf dem Kopf. Er sei am Fluchen.

Schweren Herzens rollte ich hinunter und entdeckte Erk nach einer Biegung wie beschrieben. Dieses Mal war das Hinterrad platt. Wir flickten mit vereinten Kräften und dann ging es wieder hinauf. Eine gute Vorbereitung für die nun folgenden „rolling hills“. Kurz vor zwölf erreichten wir Decin, die letzte größere tschechische Stadt vor der Grenze. Wir kauften noch einige regionale Spezialitäten und beschlossen, erst hinter der Grenze Mittag zu machen. Decin ist sehr schön und bereits mitten im Elbsandsteingebirge.

Kurze Zeit später erreichten wir auf einem perfekt ausgebauten Radweg die Grenze. Ein wenig traurig, weil wir das schöne Land so schnell verlassen mussten. Aber auch neugierig, was uns in Deutschland am Elberadweg erwarten würde.

Nach dem Mittag radelten wir zügig weiter, überquerten die Elbe erneut in Bad Schandau und genossen eine herrliche Abfahrt hinter Prossen. In Königstein ging es wieder rüber, dieses Mal mit der Fähre. Da es sehr nach Regen aussah und wir reichlich platt waren, beschlossen wir, uns eine Unterkunft in Wehlen zu suchen. Ich fragte die freundliche Dame in der Touristeninformation und nach einem Telefonanruf hatten wir eine kleine Ferienwohnung. Normalerweise werden die nicht gern für eine Nacht vermietet, wegen des Reinigungsaufwands, aber die Frau war so nett, uns dennoch aufzunehmen. Wir machten es uns gemütlich, aßen, lasen, schrieben Postkarten und gingen recht früh zu Bett.

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