Auf nach Dresden

Am nächsten Morgen regnete es. 2:0 für unsere Intuition. Die ersten 30 km fuhren sich wie von selbst. Super Radwege, perfekt ausgeschildert und nach einer Stunde verzog sich sogar der Regen. Dafür frischte der Wind auf und er kam – natürlich – von vorn. Daraufhin prägte Erk das Motto unserer Reise: Irgendwas ist immer.

Im Zentrum Dresdens angekommen überquerten wir die Elbe auf der Augustusbrücke und machten Rast in einem Biergarten. Es gab allerdings nur Kaffee, den der Kellner äußerst widerwillig herausrückte. Servicewüste Deutschland? Den Blick auf Dresdens wunderschöne Altstadt gerichtet genossen wir die Ruhe. Bevor es weiterging, baten wir den widerwilligen Kellner, unsere Wasserflasche aufzufüllen, was er, Wunder über Wunder, sogar tat – wiederwillig.

Weiter ging es. Die Sonne kam hervor. Wie ungewohnt und ganz ehrlich, will man den ganzen Tag draußen verbringen, ist eine geschlossene Wolkendecke durchaus nützlich. Also einschmieren. Igitt, klebrige Sonnenmilch im Gesicht. In Kötitz signalisierten unsere Mägen Hunger. Wir kauften ein super leckeres Graubrot vom Vortag für 50 Cent, das auch nach drei Tagen noch wunderbar frisch schmeckten sollte. Es gibt sie tatsächlich noch, die echten Bäcker.

Vom Essen beflügelt erreichten wir Meißen im Nu. Dort kauften wir ein und holten Geld und dann nichts wie weiter. Vorbei an kleinen Dörfer der sächsischen Weinstraße. In Seußlitz gab es diese hübsche Fähre. Auf der anderen Seite in Niederlommatzsch (was für ein Name) planten wir, noch bis kurz vor Riesa zu fahren und bei dem herrlichen Wetter den dortigen Campingplatz aufzusuchen.

Was soll ich sagen. Nach gut 80 km gegen den Wind, sonnenbrandroten Nasen und ausgetrocknet erreichten wir Gohlis. Es gab allerdings mal wieder keinen Campingplatz. Und Pfingsten stand vor der Tür. Wir telefonierten die fahradfreundlichen Unterkünfte in Riesa ab und hatten im „Goldenen Löwen“ Glück. Nur hinfahren mussten wir noch.

Der Wirt war sehr nett und stellte uns gleich ein großes Pils vor die Nase. Kaum ein Bier schmeckte je besser. Danach ging’s unter die Dusche und wieder zurück auf die Terrasse. Sächsisches Schnitzel à la Chef und Kaninchenrollbraten mundeten vorzüglich. Nach dem Essen kamen wir mit Klaus, einem pensionierten Bremer ins Gespräch. Er hatte den richtigen Riecher gehabt und fuhr Richtung Süden. Wir plauderten den ganzen Abend angeregt.

Obwohl eine lärmende Gruppe noch bis in die Puppen vor unserem Fenster feierte, schliefen wir sofort ein und erholten uns für den nächsten Tag.

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